EXIF, IPTC, XMP: was hinter den Metadaten deiner Fotos steckt
In PhotoView, in seiner Hilfe, hier im Blog und generell immer dann, wenn du dich mit den Metadaten deiner Fotos beschäftigst, begegnen dir Kürzel wie EXIF, IPTC, XMP und DNG. Hinter jedem steckt ein Standard mit seiner eigenen Geschichte. Seit Ende Oktober gibt es dafür eine eigene Seite auf der PhotoView-Webseite: Die Standards hinter den Metadaten deiner Fotos.
Warum eine eigene Seite
Die Hilfe in PhotoView erklärt in kompakter Form die einzelnen Metadatenfelder, aber nicht, woher sie kommen. Als ich nachgesehen habe, welche EXIF-Version PhotoView über Apples Frameworks eigentlich lesen kann und welche Konsequenzen sich daraus ergeben, entstand letztendlich eine Informationssammlung zu den Standards, die für die App relevant sind. Ich stelle sie gern allen zur Verfügung.
Nebenbei gibt es auch eine kleine Zeitreise zu entdecken, von einem Dateiformat für Scanner aus dem Jahr 1986 bis zu Feldern für KI-generierte Bilder aus dem Jahr 2025.
Ein kleines Tagebuch in jedem Foto
Jedes Foto führt so etwas wie ein kleines Tagebuch: wann es aufgenommen wurde, mit welcher Kamera, mit welchen Einstellungen und oft auch wo. Bildunterschrift, Schlüsselwörter, Sternebewertung und Copyright-Vermerk kommen später dazu. Dass all das den Weg von der Kamera aufs Smartphone oder auf den Computer übersteht, verdankt es einer Handvoll Standards. Die Seite stellt sechs davon vor, in der Reihenfolge, in der sie entstanden sind:
- TIFF (1986): ein Dateiformat, ursprünglich für Desktop-Scanner der 1980er-Jahre. Hersteller und Modell deiner Kamera stehen bis heute in TIFF-Tags.
- IPTC (1991): kommt aus der Nachrichtenbranche und gibt einem Foto Bildunterschrift, Schlüsselwörter, Quellenangabe und Copyright mit.
- ICC-Profile (1994): beschreiben, was die Farbwerte in einer Datei bedeuten, damit Bildschirme und Drucker sie richtig wiedergeben.
- EXIF (1995): hält fest, was die Kamera im Moment der Aufnahme weiß: Datum und Uhrzeit, Belichtung, Objektiv und, mit einem GPS-Empfänger, auch den Ort.
- XMP (2001): ein offener Container für Metadaten aller Art. Bearbeitungsprogramme speichern darin Bewertungen, Schlüsselwörter und Entwicklungseinstellungen, bei RAW-Dateien oft in einer separaten .xmp-Sidecar-Datei.
- DNG (2004): ein offen dokumentiertes RAW-Format. Wenn du auf einem iPhone Pro in ProRAW fotografierst, entstehen DNG-Dateien.
Alt heißt dabei nicht abgeschlossen. IPTC hat im November 2025 vier Felder für KI-generierte Bilder bekommen, EXIF 3.1 ist im Januar 2026 erschienen, und DNG ist seit März 2026 ein ISO-Standard.
Was dich davon betrifft
Nicht jeder Standard ist für alle gleich wichtig. Je nachdem, wie intensiv du dich mit der Fotografie beschäftigst, rücken aus meiner Sicht unterschiedliche Aspekte in den Vordergrund. Betreibst du Fotografie:
- Vor allem für Schnappschüsse: EXIF und GPS erledigen ihre Arbeit ohne dich. Sie sind der Grund, warum deine Fotos nach dem Aufnahmetag sortiert sind und auf einer Landkarte erscheinen können. Gut zu wissen: Ein geteiltes Foto beinhaltet oft auch seinen Aufnahmeort.
- Mit Leidenschaft: EXIF ist der schnellste Weg, aus den eigenen Fotos zu lernen. Welche Einstellungen haben bei schwachem Licht funktioniert? Welches Objektiv nutzt du am häufigsten? Bewertungen und Schlüsselwörter stehen in XMP, und sobald du in RAW oder ProRAW fotografierst, kommt DNG dazu.
- Beruflich: IPTC für Bildunterschriften, Quellenangaben und Rechte, XMP-Sidecars und DNG für Arbeitsablauf und Archiv, ICC-Profile für verlässliche Farben.
Ein paar Fundstücke
Beim Lesen der Standards bin ich auf einige Dinge gestoßen, mit denen ich nicht unbedingt gerechnet hatte:
- Dass Kameras ihre Fotos in einem Ordner namens DCIM ablegen, mit Namen wie IMG_0001.JPG, regelt DCF, ein Standard aus derselben Familie wie EXIF.
- Auf einem iPhone steht in der Maker Note, dem Bereich für herstellereigene Daten, unter anderem die Kennung, die Foto und Video eines Live Photos zusammenhält.
- Als IPTC 2019 soziale Netzwerke getestet hat, haben die meisten die eingebetteten Metadaten nicht behalten.
Was PhotoView zeigt, und was noch nicht
PhotoView analysiert Fotodateien nur indirekt. Es liest die Metadaten über Apples Frameworks: ImageIO für Bilddateien, PhotoKit für die Fotomediathek und AVFoundation für Videos. PhotoView zeigt also, was diese Frameworks lesen, und das ist nicht immer die neueste Version eines Standards.
Bei EXIF ist das gut zu sehen: Die aktuelle Version ist 3.1, ImageIO reicht bis 2.32. Felder, die mit 3.0 und 3.1 dazugekommen sind, etwa der Bildtitel oder wer fotografiert hat, erscheinen deshalb momentan nicht in PhotoView.
Damit du das nicht erraten musst, sagt jeder Abschnitt der Seite, wo PhotoView steht: in welchen Gruppen du die Felder eines Standards findest und welche davon zu PhotoView Pro gehören.
Für alle, die tiefer einsteigen möchten
Der zweite Teil der Seite beantwortet für jeden Standard dieselben Fragen: Wer hat ihn geschrieben und warum? Was steht drin? Was bedeutet er für dich? Was zeigt PhotoView davon? Und wo findest du den Standard selbst?
Bei jedem Standard findest du die Links zu den Spezifikationen. Die meisten sind kostenlos, nur die ISO-Normen kosten Geld. Am Ende der Seite stehen die Quellen, auf die sie sich stützt.
Wie PhotoView entscheidet, wenn sich EXIF, eingebettetes XMP und eine Sidecar-Datei widersprechen, beschreibt der Beitrag Sidecar und RAW: die .xmp Datei neben deiner RAW Datei.
Hier geht es zur Seite: Die Standards hinter den Metadaten deiner Fotos.
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