Die Standards hinter den Metadaten deiner Fotos
Aktualisiert am 30. Oktober 2026
Jedes Foto führt so etwas wie ein kleines Tagebuch. Darin steht, wann es aufgenommen wurde, mit welcher Kamera, mit welchen Einstellungen und oft auch wo. Kommen eine Bildunterschrift, Schlüsselwörter, eine Sternebewertung oder ein Copyright-Vermerk dazu, wächst das Tagebuch. Nichts davon würde den Weg von der Kamera aufs Smartphone und weiter auf den Computer überstehen, wenn jedes Gerät und jede App es auf ihre eigene Weise schreiben würde. Eine Handvoll Standards, einige davon älter als die meisten Digitalkameras, sorgt dafür, dass diese Angaben lesbar bleiben, egal wohin ein Foto gelangt.
Diese Seite stellt die Standards hinter den Feldern vor, die PhotoView anzeigt, in der Reihenfolge, in der sie entstanden sind. Der erste Teil ist eine Kurzfassung, falls du nur einen Eindruck von den Standards hinter Foto-Metadaten bekommen oder Begriffe einordnen möchtest, die in PhotoView vorkommen, etwa EXIF, IPTC und XMP. Der zweite Teil geht mehr ins Detail, verlinkt die Standards selbst und bietet weitere Informationen für alle, die tiefer einsteigen möchten.
Vorweg: PhotoView analysiert Fotodateien nur indirekt. Es liest die Metadaten über Apples Frameworks: ImageIO, den Teil von iOS, iPadOS und macOS, der Bilddateien liest, dazu PhotoKit für die Fotomediathek und AVFoundation für Videos. PhotoView zeigt, was diese Frameworks lesen, also die Version eines Standards, die sie unterstützen. Die unten genannten aktuellen Versionen sind die neuesten Ausgaben der Standards, nicht unbedingt die, die PhotoView anzeigen kann. Jeder Abschnitt sagt, wo PhotoView steht.
Metadaten-Standards: die Kurzfassung
- TIFF, 1986. Ein Dateiformat von Aldus (heute Adobe), entstanden, damit sich Desktop-Scanner auf ein Format einigen. Seine Idee nummerierter „Tags“ wurde später zum Grundgerüst für EXIF und DNG. Hersteller und Modell der Kamera und die Software, die ein Foto gespeichert hat, stehen bis heute in TIFF-Tags.
- IPTC, 1991. Die Art und Weise, wie die Nachrichtenbranche einem Foto Bildunterschrift, Schlüsselwörter, Quellenangabe und Copyright mitgibt. 2004 auf XMP neu aufgebaut (IPTC Core) und 2008 erweitert (IPTC Extension), deckt es heute auch die gezeigten Personen und Orte ab, Alternativtext und die Frage, ob KI beteiligt war. Am wichtigsten ist dieser Standard, wenn Fotos veröffentlicht oder lizenziert werden.
- ICC-Profile, 1994. Eine Beschreibung dessen, was die Farben in einer Datei eigentlich bedeuten, damit Bildschirme und Drucker sie korrekt interpretieren. Ein Foto von einem aktuellen iPhone zum Beispiel trägt das Profil „Display P3“.
- EXIF, 1995. Was die Kamera im Moment der Aufnahme an Daten festhält: Datum und Uhrzeit, Belichtung, Objektiv und, mit dem GPS-Teil, den Ort. Jede Kamera und jedes Smartphone schreibt diese Daten von sich aus. Die aktuelle Version 3.1 stammt vom Januar 2026. PhotoView liest EXIF über Apples ImageIO, das heute bis Version 2.32 reicht.
- XMP, 2001. Adobes offener Container für Metadaten aller Art, seit 2012 ein ISO-Standard. Fotobearbeitungsprogramme speichern darin Bewertungen, Farbmarkierungen, Schlüsselwort-Hierarchien, Rechte und Entwicklungseinstellungen, entweder in der Datei oder in einer .xmp-Sidecar-Datei neben einer RAW-Datei.
- DNG, 2004. Adobes offen dokumentiertes RAW-Format, seit März 2026 ein ISO-Standard. Fotos im Format Apple ProRAW sind DNG-Dateien.
Was dich wahrscheinlich interessiert, wenn du …
- vor allem Schnappschüsse machst: EXIF und GPS erledigen ihre Arbeit ohne dich. Gut zu wissen: Der Aufnahmeort wird mitgegeben, wenn du ein Foto teilst, es sei denn, du schaltest das explizit ab.
- mit Leidenschaft fotografierst: EXIF, um aus deinen eigenen Aufnahmen zu lernen, XMP für Bewertungen und Schlüsselwörter, DNG, sobald du in RAW oder ProRAW fotografierst.
- beruflich fotografierst: IPTC für Bildunterschriften, Quellenangaben und Rechte, XMP-Sidecars und DNG für Arbeitsablauf und Archiv, ICC-Profile für verlässliche Farbreproduktion.
Im Detail
Jeder der folgenden Abschnitte beantwortet dieselben Fragen: Wer hat den Standard geschrieben und warum? Was steht drin? Was bedeutet er für dich? Was zeigt PhotoView davon? Und wo findest du den Standard selbst?
TIFF (1986)
Wer und wann. TIFF, das Tagged Image File Format, entstand bei der Aldus Corporation, der Firma hinter dem Desktop-Publishing-Programm PageMaker, gemeinsam mit Microsoft. Die erste Spezifikation erschien im Herbst 1986. Aldus war ein Softwarehersteller, kein Normungsgremium; sein Motiv war rein praktischer Natur: Mitte der 1980er-Jahre schrieb jeder Desktop-Scanner sein eigenes Format, und TIFF sollte sie alle durch eines ersetzen. Adobe übernahm Aldus 1994 und betreut TIFF seitdem.
Was drinsteht. Eine TIFF-Datei ist eine Liste nummerierter Tags, von denen jeder eine Information enthält: Breite, Höhe, Kompression und Farbe, dazu beschreibende Tags wie Hersteller und Modell der Kamera, die Software, das Datum, den Urheber und einen Copyright-Vermerk. Neue Tags lassen sich hinzufügen, ohne dass ältere Programme dadurch beeinträchtigt werden. Diese Idee wurde später an anderer Stelle übernommen. EXIF speichert seine Daten in derselben Tag-Struktur (der EXIF-Block in einem JPEG ist im Grunde eine kleine TIFF-Datei im JPEG), und DNG ist eine Erweiterung von TIFF. Die letzte Überarbeitung, TIFF 6.0 vom 3. Juni 1992, ist bis heute die aktuelle.
Was das für dich bedeutet.
- Profis kennen TIFF als verlustfreies Dateiformat für Druck und Archiv.
- Alle anderen sehen selten eine TIFF-Datei, aber jedes Foto aus einer Kamera oder einem Smartphone trägt TIFF-Tags. Daraus stammen „Apple“ und „iPhone 12 Pro“ in den Details eines Fotos.
In PhotoView. ImageIO liest die TIFF-Tags, und PhotoView zeigt sie als Hersteller, Modell, Software, Künstler, Host-Computer, Ausrichtung und DPI. Copyright und Beschreibung in der Gruppe Beschreibung können ebenfalls aus TIFF-Tags stammen.
Links.
- Organisation: Adobe (Aldus gibt es nicht mehr)
- Aktuelle Version des Standards: TIFF-6.0-Spezifikation, PDF, kostenlos, von Adobe auf seiner DNG-Seite bereitgestellt (englisch)
IPTC (1991)
Wer und wann. Der International Press Telecommunications Council wurde 1965 in London gegründet. Seine mehr als 60 Mitglieder sind Nachrichtenagenturen und Verlage sowie Firmen, die Software für sie entwickeln. Sein Ziel ist es, die Verbreitung von Informationen zu vereinfachen. Seine Standards beschreiben, wie Nachrichten, Fotos und ihre Beschreibungen zwischen Agenturen und Redaktionen ausgetauscht werden.
1990 begannen IPTC und die Newspaper Association of America mit der Arbeit am Information Interchange Model (IIM). Version 1 wurde 1991 verabschiedet und bietet die Möglichkeit, jede Nachricht, jeden Text, jedes Foto oder jede Grafik zusammen mit Bildunterschrift, Kategorie, Ortsmarke und Quellennachweis in ein Paket zu verpacken. Adobe übernahm einen Teil dieser Felder und speicherte sie in Photoshop-, JPEG- und TIFF-Dateien. Andere Software folgte, und Millionen Fotos wurden so beschriftet. Deshalb heißen Bildunterschrift, Schlüsselwörter und Copyright-Vermerk in einer Fotodatei bis heute „IPTC“. IIM selbst ist seit 1997 eingefroren.
Zwei Dinge brachten es in die Gegenwart. 2004 formulierten IPTC und Adobe die IIM-Felder in XMP neu, als IPTC Core, mit voller Abwärtskompatibilität. 2008 kamen mit der IPTC Extension deutlich mehr Details hinzu. Seitdem erscheinen beide gemeinsam als IPTC Photo Metadata Standard, der fast jedes Jahr aktualisiert wird.
Der Zweck. EXIF hält fest, wie ein Foto entstanden ist. IPTC hält fest, was es zeigt, wer es gemacht hat und wie es verwendet werden darf. Es wurde für Nachrichten- und Stockfotografie geschrieben, deshalb sind Quellenangaben und Rechte ein wichtiger Bestandteil.
Was drinsteht.
- Beschreibende Felder: Überschrift, Bildunterschrift, Schlüsselwörter, gezeigte Personen, Orte, Ereignisse, Produkte und Kunstwerke.
- Verwaltende Felder: wann und wo das Foto entstand, eine Auftragsnummer, Anweisungen für Redaktionen.
- Rechte-Felder: Urheber, Credit-Zeile, Copyright-Vermerk, Nutzungsbedingungen, ein Link zu den Lizenzbedingungen (das „Web Statement of Rights“), der Lizenzgeber und ob Model- und Property-Releases vorliegen.
Neuere Versionen greifen aktuelle Fragen auf. Alternativtext und eine erweiterte Beschreibung, etwa für Screenreader, kamen 2021 hinzu. Ein Data-Mining-Feld von 2023 gibt an, ob ein Foto für KI-Training verwendet werden darf. Der Digital Source Type, den es seit 2009 gibt, unterscheidet eine Kameraaufnahme von einer Montage oder einem KI-generierten Bild. Und seit November 2025 (Version 2025.1) halten vier weitere Felder fest, welches KI-System ein Bild erzeugt hat, in welcher Version, mit welchem Prompt und wer ihn geschrieben hat.
Was das für dich bedeutet.
- Profis: Das ist der Teil, der mit der Datei zu Kunden, Agenturen und Redaktionen geht: wer zu nennen ist, wem die Rechte gehören, wie das Foto verwendet werden darf. Suchmaschinen lesen ihn auch. Google Bilder zeigt Urheber, Credit-Zeile und Copyright-Vermerk an, und ein Web Statement of Rights bringt einem Foto das Label „Lizenzierbar“ ein.
- Fotobegeisterte: Schlüsselwörter und Bildunterschriften sorgen dafür, dass eine wachsende Fotosammlung durchsuchbar bleibt, und ein Copyright-Vermerk, beim Import gesetzt, kostet nichts. Ein Haken: Viele soziale Netzwerke entfernen eingebettete Metadaten. Als IPTC das 2019 getestet hat, haben die meisten der getesteten Seiten sie nicht behalten.
- Schnappschüsse: Fotos direkt vom Smartphone tragen meist gar kein IPTC. Du begegnest ihm bei Fotos, die durch ein Bildbearbeitungsprogramm oder eine Agentur gegangen sind.
In PhotoView. ImageIO liest den IIM-Block und das XMP mit IPTC Core und Extension, und PhotoView zeigt die Felder, die es davon kennt. Die Gruppe IPTC enthält die IIM- und IPTC-Core-Felder, die Gruppe IPTC-Erweiterung die neueren Felder, einschließlich der Lizenzangaben und der KI-Angaben aus Version 2025.1. Überschrift, Bildunterschrift, Schlüsselwörter, Urheber und Copyright erscheinen außerdem unter Beschreibung. Alle gehören zu PhotoView Pro.
Links.
- Organisation: iptc.org (englisch)
- Aktuelle Version des Standards: IPTC Photo Metadata Standard 2025.1, kostenlos, unter der Lizenz Creative Commons CC BY 4.0 (englisch). Leichter zu lesen ist der Leitfaden (englisch).
- Wo es angefangen hat: IIM, zuletzt 2014 als Version 4.2 überarbeitet, kostenlos (englisch)
ICC-Profile (1994)
Wer und wann. Das International Color Consortium wurde 1993 von acht Firmen gegründet: Adobe, Agfa, Apple, Kodak, Microsoft, Silicon Graphics, Sun Microsystems und Taligent. Sein Ziel ist ein offenes, herstellerneutrales Farbmanagement, das plattformübergreifend funktioniert. Die erste Profilspezifikation folgte im Juni 1994.
Der Zweck. Die Zahlen in einer Fotodatei beschreiben Farben erst, wenn klar ist, in welchem „Dialekt“ sie geschrieben sind. Ein ICC-Profil ist dieser Schlüssel: Es beschreibt einen Farbraum oder ein Gerät (eine Kamera, einen Bildschirm, einen Drucker) im Verhältnis zu einer gemeinsamen, geräteunabhängigen Referenz. Ist das Profil in die Bilddatei eingebettet, kann eine App die Farben so umrechnen, dass ein Foto auf jedem kalibrierten Bildschirm und im Druck gleich aussieht.
Was drinsteht. Ein Header und eine Reihe von Tags: die Referenz, auf der das Profil aufbaut, die Primärfarben, der Weißpunkt und die Tonwertkurven eines Farbraums oder Umrechnungstabellen für komplexere Geräte. Die aktuelle Spezifikation, ICC.1:2022 (Profilversion 4.4), wurde im April 2025 ergänzt. Für besondere Anforderungen wie Spektraldaten gibt es eine zweite, flexiblere Architektur namens iccMAX.
Was das für dich bedeutet.
- Profis: die Grundlage jedes Arbeitsablaufs mit Farbmanagement, vom Kalibrieren des Monitors bis zum Softproof eines Drucks.
- Fotobegeisterte: der Grund, warum ein exportiertes Foto online flau oder zu knallig aussehen kann. Ein großer Farbraum wie Adobe RGB, gelesen von einer App, die Profile ignoriert, zeigt falsche Farben. Für das Web ist sRGB die sichere Wahl.
- Schnappschüsse: nichts zu tun. Fotos von aktuellen iPhones tragen das Profil Display P3, einen größeren Farbraum als das klassische sRGB.
In PhotoView. Farbprofil zeigt den Namen des eingebetteten Profils, wie ImageIO ihn meldet, neben Farbraum und Farbmodell in der Gruppe Bild.
Links.
- Organisation: color.org (englisch)
- Aktuelle Version des Standards: ICC.1:2022, Profilversion 4.4, PDF, kostenlos beim ICC (englisch). Denselben Inhalt veröffentlicht ISO als ISO 15076-1:2025, kostenpflichtig (227 CHF, englisch).
EXIF (1995)
Wer und wann. EXIF, das Exchangeable Image File Format (der Standard selbst schreibt es „Exif“), wurde erstmals im Oktober 1995 von der JEIDA definiert, der Japan Electronic Industry Development Association, als Digitalkameras gerade in den Handel kamen. Spätere Versionen kamen von der JEITA, der Japan Electronics and Information Technology Industries Association, und seit Version 2.3 im Jahr 2010 pflegen JEITA und CIPA den Standard gemeinsam.
Die CIPA, die Camera & Imaging Products Association, wurde im Juli 2002 als Nachfolgerin der Japan Camera Industry Association gegründet. Ihre ordentlichen Mitglieder sind die Kamerahersteller, Canon, Nikon, Sony, Fujifilm, Panasonic und andere, dazu Firmen wie Adobe, Apple und Microsoft als fördernde Mitglieder. Die CIPA kümmert sich um das, was Kameras und verwandte Produkte brauchen, um zusammenzuarbeiten, und veröffentlicht die Standards und Richtlinien dazu.
Der Zweck. Ein einheitliches Verfahren, mit dem eine Kamera Informationen darüber, wie ein Foto entstanden ist, in der Bilddatei speichert, sodass jeder Computer, jedes Smartphone und jede App diese Informationen lesen kann.
Was drinsteht.
- Die Aufnahme: Datum und Uhrzeit (seit Version 2.31 auch die Zeitzone), die Belichtungseinstellungen, Blitz und Weißabgleich, Objektiv und Brennweite sowie die Seriennummern von Kamera und Objektiv.
- Der Ort: ein eigener GPS-Block, seit Version 2.0 von 1997 Teil von EXIF, mit Breitengrad, Längengrad, Höhe, Richtung, Geschwindigkeit und der GPS-Zeit.
- Eine Miniatur für die schnelle Vorschau.
- Die Maker Note: ein reservierter Bereich, in dem jeder Hersteller eigene, meist undokumentierte Daten ablegt, etwa den Fokusmodus oder die Anzahl der Verschlussauslösungen. Auf einem iPhone steht dort unter anderem die Kennung, die Foto und Video eines Live Photos zusammenhält.
EXIF nutzt die Tag-Struktur von TIFF und steckt als eingebetteter Block in JPEG- und HEIC-Dateien. Version 3.0 (Mai 2023) erlaubt UTF-8-Text, sodass Namen und Beschreibungen jede Schrift verwenden können. Version 3.1 folgte am 30. Januar 2026 mit sieben neuen Tags. Ein Begleitstandard, CIPA DC-010, legt fest, wie EXIF-Felder in XMP geschrieben werden.
Ein Standard aus derselben Familie: DCF, die Design rule for Camera File system, ist der Grund, warum Kameras Fotos in einem Ordner namens DCIM ablegen, mit Namen wie IMG_0001.JPG.
Was das für dich bedeutet.
- Schnappschüsse: EXIF ist der Grund, warum deine Fotos nach dem Aufnahmetag sortiert sind, und GPS der Grund, warum sie auf einer Karte erscheinen. Das alles passiert ohne dein Zutun. Die Kehrseite: Ein geteiltes Foto enthält oft seinen Aufnahmeort. Auf iPhone und iPad tippst du beim Teilen auf „Optionen“ und deaktivierst „Standort“, wenn du dies nicht möchtest.
- Fotobegeisterte: der schnellste Weg, aus den eigenen Fotos zu lernen. Welche Einstellungen haben bei dem schwachen Licht funktioniert? Welches Objektiv nutzt du am häufigsten?
- Profis: die Information, wann und mit welchem Gehäuse und Objektiv ein Foto entstand, und Aufnahmezeiten, mit denen sich die Fotos mehrerer Kameras zeitlich ordnen lassen, solange deren Uhren synchron laufen.
In PhotoView. Die Gruppen Datum & Uhrzeit, Kamera, Objektiv, Belichtung und Bild sind überwiegend EXIF und kostenlos, ebenso die Maker Notes von Apple. Die Gruppe Ort mit dem Kartenlink zeigt die GPS-Daten und gehört, wie die Maker Notes von Canon und Nikon, zu PhotoView Pro. PhotoView liest all das über Apples ImageIO, das heute EXIF bis Version 2.32 abdeckt. Was die Versionen 3.0 und 3.1 hinzugefügt haben, etwa wer fotografiert hat, den Bildtitel oder den KI-Opt-out, erscheint momentan in PhotoView nicht, ebenso wenig Text im UTF-8-Format, das mit 3.0 kam.
Links.
- Organisation: CIPA (englisch)
- Aktuelle Version des Standards: Exif 3.1, CIPA DC-008-2026, PDF, kostenlos nach Bestätigung eines Haftungsausschlusses (englisch). Auf derselben Seite gibt es DC-010 (EXIF in XMP) und DC-009 (DCF 2.0).
XMP (2001)
Wer und wann. Adobe stellte die Extensible Metadata Platform im April 2001 mit Acrobat 5.0 vor (wieder ein Softwarehersteller und kein Normungsgremium). Adobe öffnete XMP: 2012 wurde der Kern zum internationalen Standard ISO 16684-1, 2019 überarbeitet. ISO, die Internationale Organisation für Normung, bringt seit 1946 Fachleute zusammen, um sich auf gemeinsame Vorgehensweisen zu einigen. Ihre 177 Mitglieder sind nationale Normungsorganisationen, eine pro Land. Der Verkauf ihrer Normen finanziert diese Arbeit, deshalb sind ISO-Dokumente nicht kostenlos erhältlich.
Der Zweck. EXIF und IIM haben feste Listen von Feldern. XMP ist ein Container für beliebige Metadaten: Wer möchte, kann ein eigenes Vokabular (einen „Namespace“) definieren und neben den anderen speichern, in einer Form, die jedes Programm mit XMP-Unterstützung lesen kann. XMP lässt sich in JPEG, TIFF, PNG, PDF, DNG, MP4, MOV und viele andere Dateiformate einbetten. Bei Dateien, die sich nicht ändern sollen, etwa den meisten RAW-Dateien, kommen dieselben Daten in eine Sidecar-Datei: eine kleine .xmp-Datei mit demselben Namen, direkt neben dem Foto.
Was drinsteht. Der ISO-Teil legt das Datenmodell fest, wie es als XML geschrieben wird, und eine Reihe von Kerneigenschaften: Titel, Beschreibung, Urheber, Rechte, Bewertung, die Anwendung, die die Datei geschrieben hat, Datumsangaben und einen Bearbeitungsverlauf. Wie XMP in die einzelnen Dateiformate eingebettet wird und wie Sidecar-Dateien funktionieren, beschreibt Adobes eigene Spezifikation (Teil 3). Darauf setzen die Vokabulare (Namespaces) anderer auf: IPTC Core und Extension, EXIF in XMP und die der Bearbeitungsprogramme selbst, etwa die hierarchischen Schlüsselwörter von Lightroom und die Entwicklungseinstellungen von Camera Raw, die Drohnendaten von DJI oder die Panoramafelder von Google.
Weil dieselbe Angabe in EXIF, in IIM und in XMP stehen kann, können sich die Daten widersprechen. Adobe, Apple, Canon, Microsoft und Nokia gründeten 2006 die Metadata Working Group (später kam Sony dazu), um festzuhalten, wie Apps die Daten abgleichen sollen. Ihre Richtlinien, Version 2.0 von 2010, sind bis heute die Referenz. Wie PhotoView zwischen den Quellen entscheidet, beschreibt der Beitrag Sidecar und RAW: die .xmp Datei neben deiner RAW Datei.
Was das für dich bedeutet.
- Profis: XMP überträgt die in einem Editor vorgenommenen Bearbeitungen, die Bewertungen, Farbmarkierungen, Schlüsselwörter, Rechte und Entwicklungseinstellungen von einer Anwendung zur nächsten und weiter an die nächste Person im Arbeitsablauf. Bei RAW-Dateien bedeutet dies, dass es sich um zwei Dateien handelt: Wenn du die RAW-Datei ohne ihre Sidecar-Datei verschiebst oder versendest, bleiben diese Bearbeitungen zurück.
- Fotobegeisterte: Sternebewertungen, Farbmarkierungen und eine über Jahre gewachsene Schlüsselwort-Hierarchie sind XMP. So gespeicherte Bearbeitungen beschreiben die Änderungen, das Original bleibt unberührt.
In PhotoView. ImageIO liest das in ein Foto eingebettete XMP auf iPhone, iPad und Mac, und auf dem Mac auch die .xmp-Sidecar-Datei, die PhotoView neben einer von der Festplatte geöffneten Datei findet. Die Gruppen XMP und IPTC-Erweiterung (PhotoView Pro) zeigen die Eigenschaften, die PhotoView aus den oben genannten Namespaces kennt.
Links.
- Organisationen: Adobe XMP (englisch), ISO (englisch)
- Aktuelle Version des Standards: ISO 16684-1:2019, kostenpflichtig (181 CHF, englisch). Adobes XMP-Spezifikation, Teile 1 bis 3, ist kostenlos und beschreibt auch das Einbetten und die Sidecar-Dateien (englisch).
DNG (2004)
Wer und wann. Adobe veröffentlichte das Digital Negative am 27. September 2004. Es baut auf TIFF/EP auf, einem ISO-Format für Kamerabilder von 2001 (ISO 12234-2), das seinerseits TIFF 6.0 erweitert. Im März 2026 wurde DNG ein eigener ISO-Standard: ISO 12234-4, aus dem ISO-Komitee für Fotografie.
Der Zweck. Kamerahersteller haben jeweils eigene RAW-Formate, oft mehrere, und deren Spezifikationen sind nicht öffentlich. Das macht RAW-Dateien schwer zwischen Apps austauschbar und birgt Risiken bei der Archivierung. DNG ist ein öffentlich dokumentiertes RAW-Format, das alle unter einer gebührenfreien Lizenz von Adobe lesen und schreiben dürfen.
Was drinsteht. Die Rohdaten des Sensors und dazu, was ein RAW-Konverter braucht, um daraus ein Foto zu machen: Farbkalibrierung für zwei Lichtquellen, Schwarz- und Weißwerte, Basiswerte für Belichtung, Rauschen und Schärfe, Objektivkorrekturen, eine eingebettete Vorschau und auf Wunsch die ursprüngliche RAW-Datei. EXIF- und XMP-Metadaten stehen in derselben Datei, sodass sich eine Bewertung oder Schlüsselwörter direkt in ein DNG schreiben lassen, ohne eine Sidecar-Datei zu benötigen. Version 1.7 (Juni 2023) brachte die Kompression mit JPEG XL, und 1.7.1.0 vom September 2023 ist die aktuelle Spezifikation von Adobe.
Wer es schreibt. Kameras von Leica, Pentax und Hasselblad, viele DJI-Drohnen, Samsungs Oberklasse-Smartphones seit dem Galaxy S6 und Apple ProRAW auf dem iPhone 12 Pro und späteren Pro-Modellen. Mit Adobes kostenlosem DNG Converter kannst du andere RAW-Dateien in DNG umwandeln.
Was das für dich bedeutet.
- Profis: ein dokumentiertes Format über alle Kameramarken hinweg, das ein Archiv auf lange Sicht lesbar hält.
- Fotobegeisterte: Wenn du in ProRAW fotografierst, nutzt du schon DNG. Manche Bearbeitungsprogramme bieten an, RAW-Dateien beim Import in DNG umzuwandeln.
- Schnappschüsse: Wenn ein Foto von deinem iPhone als RAW markiert und auffallend groß ist, ist es eine DNG-Datei.
In PhotoView. Die Gruppe DNG (PhotoView Pro) zeigt die DNG-Tags, die ImageIO liest: die DNG-Version, Kameramodell und Profil, Schwarz- und Weißwerte, die Basiswerte, den Namen der ursprünglichen RAW-Datei und mehr. Kalibriertabellen und Farbmatrizen fehlen mit Absicht: Sie sind für RAW-Konverter gedacht, nicht für menschliche Leser.
Links.
- Organisationen: Adobe Digital Negative (englisch), ISO (englisch)
- Aktuelle Version des Standards: DNG-Spezifikation 1.7.1.0, PDF, kostenlos (englisch). ISO 12234-4:2026, kostenpflichtig (227 CHF, englisch).
Nicht auf dieser Liste
JPEG, HEIF (die HEIC-Dateien eines iPhones) und QuickTime (MOV) sind Dateiformate: Sie transportieren die hier beschriebenen Metadaten, legen sie aber nicht fest. Videodateien haben eigene Metadaten, die PhotoView über Apples AVFoundation liest und in der Gruppe Video zeigt. Beides wären eigene Artikel.
Quellen
Allgemein
- Sidecar und RAW: die .xmp Datei neben deiner RAW Datei, PhotoView-Blog: wie PhotoView EXIF, eingebettetes XMP und Sidecar-Dateien zusammenführt
- About ISO: Gründungsjahr und Mitglieder der ISO und warum ihre Normen verkauft werden (englisch)
- ImageIO, Apple Developer Documentation: das Framework, über das PhotoView Bild-Metadaten liest (englisch)
- EXIF Dictionary Keys, Apple Developer Documentation: die EXIF-Felder, die ImageIO liefert; die neuesten sind die Composite-Image-Felder aus EXIF 2.32 (englisch)
TIFF
- TIFF, Wikipedia: Aldus, das Scanner-Motiv, die Daten 1986 und 1992, die Übernahme durch Adobe, EXIF im JPEG (englisch)
- TIFF, Revision 6.0, Formatbeschreibung der Library of Congress: Aldus gemeinsam mit Microsoft (englisch)
- Digital Negative (DNG), Adobe: DNG als Erweiterung von TIFF 6.0 und das PDF der TIFF-6.0-Spezifikation (englisch)
IPTC
- About IPTC: Gründung, Mitglieder, Ziel (englisch)
- IIM, IPTC: die Daten 1990 und 1991, die NAA, die Übernahme durch Photoshop, das Einfrieren 1997 (englisch)
- IPTC Photo Metadata Standard 2025.1: Geschichte von IPTC Core und Extension, Lizenz, Alternativtext, Data-Mining- und KI-Felder (englisch)
- Überblick über den IPTC Photo Metadata Standard: beschreibende, verwaltende und Rechte-Felder (englisch)
- Quick guide to IPTC Photo Metadata on Google Images: welche Felder Google Bilder zeigt und das Label „Lizenzierbar“ (englisch)
- Social media sites photo metadata test results 2019, IPTC (englisch)
ICC
- International Color Consortium, Wikipedia: Gründungsmitglieder und die erste Spezifikation (englisch)
- color.org: das Ziel des ICC (englisch)
- ICC Specifications: ICC.1:2022, die Ergänzung von 2025, ISO 15076-1 und iccMAX (englisch)
- ISO 15076-1:2025, ISO: Preis (englisch)
EXIF
- Exif, Wikipedia: Versionsgeschichte, JEIDA, GPS seit Version 2.0, die Maker Note (englisch)
- CIPA Standards: Exif 3.1, DC-010 und DCF (englisch)
- Camera & Imaging Products Association, Wikipedia: Gründung und Mitglieder (englisch)
- Design rule for Camera File system, Wikipedia: DCIM und Dateinamen (englisch)
- Standortmetadaten in der App „Fotos“ verwalten, Apple Support: ein Foto ohne Aufnahmeort teilen
XMP
- Extensible Metadata Platform, Wikipedia: Acrobat 5.0, Einbetten und Sidecar-Dateien (englisch)
- ISO 16684-1:2019, ISO: Umfang, Ausgabe, Preis (englisch)
- XMP-Dokumentation, Adobe, und die XMP-Spezifikationen auf GitHub (englisch)
- Metadata Working Group, Wikipedia: Mitglieder und Richtlinien (englisch)
DNG
- Digital Negative, Wikipedia: Erscheinungsdatum, TIFF/EP, Kamerahersteller, DNG 1.7 (englisch)
- Digital Negative (DNG), Adobe: aktuelle Spezifikation, Patentlizenz, DNG Converter (englisch)
- ISO 12234-4:2026, ISO: Erscheinungsdatum, Komitee, Preis (englisch)