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Die Standards hinter den Metadaten deiner Fotos

Aktualisiert am 30. Oktober 2026

Jedes Foto führt so etwas wie ein kleines Tagebuch. Darin steht, wann es aufgenommen wurde, mit welcher Kamera, mit welchen Einstellungen und oft auch wo. Kommen eine Bildunterschrift, Schlüsselwörter, eine Sternebewertung oder ein Copyright-Vermerk dazu, wächst das Tagebuch. Nichts davon würde den Weg von der Kamera aufs Smartphone und weiter auf den Computer überstehen, wenn jedes Gerät und jede App es auf ihre eigene Weise schreiben würde. Eine Handvoll Standards, einige davon älter als die meisten Digitalkameras, sorgt dafür, dass diese Angaben lesbar bleiben, egal wohin ein Foto gelangt.

Diese Seite stellt die Standards hinter den Feldern vor, die PhotoView anzeigt, in der Reihenfolge, in der sie entstanden sind. Der erste Teil ist eine Kurzfassung, falls du nur einen Eindruck von den Standards hinter Foto-Metadaten bekommen oder Begriffe einordnen möchtest, die in PhotoView vorkommen, etwa EXIF, IPTC und XMP. Der zweite Teil geht mehr ins Detail, verlinkt die Standards selbst und bietet weitere Informationen für alle, die tiefer einsteigen möchten.

Vorweg: PhotoView analysiert Fotodateien nur indirekt. Es liest die Metadaten über Apples Frameworks: ImageIO, den Teil von iOS, iPadOS und macOS, der Bilddateien liest, dazu PhotoKit für die Fotomediathek und AVFoundation für Videos. PhotoView zeigt, was diese Frameworks lesen, also die Version eines Standards, die sie unterstützen. Die unten genannten aktuellen Versionen sind die neuesten Ausgaben der Standards, nicht unbedingt die, die PhotoView anzeigen kann. Jeder Abschnitt sagt, wo PhotoView steht.

Metadaten-Standards: die Kurzfassung

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Im Detail

Jeder der folgenden Abschnitte beantwortet dieselben Fragen: Wer hat den Standard geschrieben und warum? Was steht drin? Was bedeutet er für dich? Was zeigt PhotoView davon? Und wo findest du den Standard selbst?

TIFF (1986)

Wer und wann. TIFF, das Tagged Image File Format, entstand bei der Aldus Corporation, der Firma hinter dem Desktop-Publishing-Programm PageMaker, gemeinsam mit Microsoft. Die erste Spezifikation erschien im Herbst 1986. Aldus war ein Softwarehersteller, kein Normungsgremium; sein Motiv war rein praktischer Natur: Mitte der 1980er-Jahre schrieb jeder Desktop-Scanner sein eigenes Format, und TIFF sollte sie alle durch eines ersetzen. Adobe übernahm Aldus 1994 und betreut TIFF seitdem.

Was drinsteht. Eine TIFF-Datei ist eine Liste nummerierter Tags, von denen jeder eine Information enthält: Breite, Höhe, Kompression und Farbe, dazu beschreibende Tags wie Hersteller und Modell der Kamera, die Software, das Datum, den Urheber und einen Copyright-Vermerk. Neue Tags lassen sich hinzufügen, ohne dass ältere Programme dadurch beeinträchtigt werden. Diese Idee wurde später an anderer Stelle übernommen. EXIF speichert seine Daten in derselben Tag-Struktur (der EXIF-Block in einem JPEG ist im Grunde eine kleine TIFF-Datei im JPEG), und DNG ist eine Erweiterung von TIFF. Die letzte Überarbeitung, TIFF 6.0 vom 3. Juni 1992, ist bis heute die aktuelle.

Was das für dich bedeutet.

In PhotoView. ImageIO liest die TIFF-Tags, und PhotoView zeigt sie als Hersteller, Modell, Software, Künstler, Host-Computer, Ausrichtung und DPI. Copyright und Beschreibung in der Gruppe Beschreibung können ebenfalls aus TIFF-Tags stammen.

Links.

IPTC (1991)

Wer und wann. Der International Press Telecommunications Council wurde 1965 in London gegründet. Seine mehr als 60 Mitglieder sind Nachrichtenagenturen und Verlage sowie Firmen, die Software für sie entwickeln. Sein Ziel ist es, die Verbreitung von Informationen zu vereinfachen. Seine Standards beschreiben, wie Nachrichten, Fotos und ihre Beschreibungen zwischen Agenturen und Redaktionen ausgetauscht werden.

1990 begannen IPTC und die Newspaper Association of America mit der Arbeit am Information Interchange Model (IIM). Version 1 wurde 1991 verabschiedet und bietet die Möglichkeit, jede Nachricht, jeden Text, jedes Foto oder jede Grafik zusammen mit Bildunterschrift, Kategorie, Ortsmarke und Quellennachweis in ein Paket zu verpacken. Adobe übernahm einen Teil dieser Felder und speicherte sie in Photoshop-, JPEG- und TIFF-Dateien. Andere Software folgte, und Millionen Fotos wurden so beschriftet. Deshalb heißen Bildunterschrift, Schlüsselwörter und Copyright-Vermerk in einer Fotodatei bis heute „IPTC“. IIM selbst ist seit 1997 eingefroren.

Zwei Dinge brachten es in die Gegenwart. 2004 formulierten IPTC und Adobe die IIM-Felder in XMP neu, als IPTC Core, mit voller Abwärtskompatibilität. 2008 kamen mit der IPTC Extension deutlich mehr Details hinzu. Seitdem erscheinen beide gemeinsam als IPTC Photo Metadata Standard, der fast jedes Jahr aktualisiert wird.

Der Zweck. EXIF hält fest, wie ein Foto entstanden ist. IPTC hält fest, was es zeigt, wer es gemacht hat und wie es verwendet werden darf. Es wurde für Nachrichten- und Stockfotografie geschrieben, deshalb sind Quellenangaben und Rechte ein wichtiger Bestandteil.

Was drinsteht.

Neuere Versionen greifen aktuelle Fragen auf. Alternativtext und eine erweiterte Beschreibung, etwa für Screenreader, kamen 2021 hinzu. Ein Data-Mining-Feld von 2023 gibt an, ob ein Foto für KI-Training verwendet werden darf. Der Digital Source Type, den es seit 2009 gibt, unterscheidet eine Kameraaufnahme von einer Montage oder einem KI-generierten Bild. Und seit November 2025 (Version 2025.1) halten vier weitere Felder fest, welches KI-System ein Bild erzeugt hat, in welcher Version, mit welchem Prompt und wer ihn geschrieben hat.

Was das für dich bedeutet.

In PhotoView. ImageIO liest den IIM-Block und das XMP mit IPTC Core und Extension, und PhotoView zeigt die Felder, die es davon kennt. Die Gruppe IPTC enthält die IIM- und IPTC-Core-Felder, die Gruppe IPTC-Erweiterung die neueren Felder, einschließlich der Lizenzangaben und der KI-Angaben aus Version 2025.1. Überschrift, Bildunterschrift, Schlüsselwörter, Urheber und Copyright erscheinen außerdem unter Beschreibung. Alle gehören zu PhotoView Pro.

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ICC-Profile (1994)

Wer und wann. Das International Color Consortium wurde 1993 von acht Firmen gegründet: Adobe, Agfa, Apple, Kodak, Microsoft, Silicon Graphics, Sun Microsystems und Taligent. Sein Ziel ist ein offenes, herstellerneutrales Farbmanagement, das plattformübergreifend funktioniert. Die erste Profilspezifikation folgte im Juni 1994.

Der Zweck. Die Zahlen in einer Fotodatei beschreiben Farben erst, wenn klar ist, in welchem „Dialekt“ sie geschrieben sind. Ein ICC-Profil ist dieser Schlüssel: Es beschreibt einen Farbraum oder ein Gerät (eine Kamera, einen Bildschirm, einen Drucker) im Verhältnis zu einer gemeinsamen, geräteunabhängigen Referenz. Ist das Profil in die Bilddatei eingebettet, kann eine App die Farben so umrechnen, dass ein Foto auf jedem kalibrierten Bildschirm und im Druck gleich aussieht.

Was drinsteht. Ein Header und eine Reihe von Tags: die Referenz, auf der das Profil aufbaut, die Primärfarben, der Weißpunkt und die Tonwertkurven eines Farbraums oder Umrechnungstabellen für komplexere Geräte. Die aktuelle Spezifikation, ICC.1:2022 (Profilversion 4.4), wurde im April 2025 ergänzt. Für besondere Anforderungen wie Spektraldaten gibt es eine zweite, flexiblere Architektur namens iccMAX.

Was das für dich bedeutet.

In PhotoView. Farbprofil zeigt den Namen des eingebetteten Profils, wie ImageIO ihn meldet, neben Farbraum und Farbmodell in der Gruppe Bild.

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EXIF (1995)

Wer und wann. EXIF, das Exchangeable Image File Format (der Standard selbst schreibt es „Exif“), wurde erstmals im Oktober 1995 von der JEIDA definiert, der Japan Electronic Industry Development Association, als Digitalkameras gerade in den Handel kamen. Spätere Versionen kamen von der JEITA, der Japan Electronics and Information Technology Industries Association, und seit Version 2.3 im Jahr 2010 pflegen JEITA und CIPA den Standard gemeinsam.

Die CIPA, die Camera & Imaging Products Association, wurde im Juli 2002 als Nachfolgerin der Japan Camera Industry Association gegründet. Ihre ordentlichen Mitglieder sind die Kamerahersteller, Canon, Nikon, Sony, Fujifilm, Panasonic und andere, dazu Firmen wie Adobe, Apple und Microsoft als fördernde Mitglieder. Die CIPA kümmert sich um das, was Kameras und verwandte Produkte brauchen, um zusammenzuarbeiten, und veröffentlicht die Standards und Richtlinien dazu.

Der Zweck. Ein einheitliches Verfahren, mit dem eine Kamera Informationen darüber, wie ein Foto entstanden ist, in der Bilddatei speichert, sodass jeder Computer, jedes Smartphone und jede App diese Informationen lesen kann.

Was drinsteht.

EXIF nutzt die Tag-Struktur von TIFF und steckt als eingebetteter Block in JPEG- und HEIC-Dateien. Version 3.0 (Mai 2023) erlaubt UTF-8-Text, sodass Namen und Beschreibungen jede Schrift verwenden können. Version 3.1 folgte am 30. Januar 2026 mit sieben neuen Tags. Ein Begleitstandard, CIPA DC-010, legt fest, wie EXIF-Felder in XMP geschrieben werden.

Ein Standard aus derselben Familie: DCF, die Design rule for Camera File system, ist der Grund, warum Kameras Fotos in einem Ordner namens DCIM ablegen, mit Namen wie IMG_0001.JPG.

Was das für dich bedeutet.

In PhotoView. Die Gruppen Datum & Uhrzeit, Kamera, Objektiv, Belichtung und Bild sind überwiegend EXIF und kostenlos, ebenso die Maker Notes von Apple. Die Gruppe Ort mit dem Kartenlink zeigt die GPS-Daten und gehört, wie die Maker Notes von Canon und Nikon, zu PhotoView Pro. PhotoView liest all das über Apples ImageIO, das heute EXIF bis Version 2.32 abdeckt. Was die Versionen 3.0 und 3.1 hinzugefügt haben, etwa wer fotografiert hat, den Bildtitel oder den KI-Opt-out, erscheint momentan in PhotoView nicht, ebenso wenig Text im UTF-8-Format, das mit 3.0 kam.

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XMP (2001)

Wer und wann. Adobe stellte die Extensible Metadata Platform im April 2001 mit Acrobat 5.0 vor (wieder ein Softwarehersteller und kein Normungsgremium). Adobe öffnete XMP: 2012 wurde der Kern zum internationalen Standard ISO 16684-1, 2019 überarbeitet. ISO, die Internationale Organisation für Normung, bringt seit 1946 Fachleute zusammen, um sich auf gemeinsame Vorgehensweisen zu einigen. Ihre 177 Mitglieder sind nationale Normungsorganisationen, eine pro Land. Der Verkauf ihrer Normen finanziert diese Arbeit, deshalb sind ISO-Dokumente nicht kostenlos erhältlich.

Der Zweck. EXIF und IIM haben feste Listen von Feldern. XMP ist ein Container für beliebige Metadaten: Wer möchte, kann ein eigenes Vokabular (einen „Namespace“) definieren und neben den anderen speichern, in einer Form, die jedes Programm mit XMP-Unterstützung lesen kann. XMP lässt sich in JPEG, TIFF, PNG, PDF, DNG, MP4, MOV und viele andere Dateiformate einbetten. Bei Dateien, die sich nicht ändern sollen, etwa den meisten RAW-Dateien, kommen dieselben Daten in eine Sidecar-Datei: eine kleine .xmp-Datei mit demselben Namen, direkt neben dem Foto.

Was drinsteht. Der ISO-Teil legt das Datenmodell fest, wie es als XML geschrieben wird, und eine Reihe von Kerneigenschaften: Titel, Beschreibung, Urheber, Rechte, Bewertung, die Anwendung, die die Datei geschrieben hat, Datumsangaben und einen Bearbeitungsverlauf. Wie XMP in die einzelnen Dateiformate eingebettet wird und wie Sidecar-Dateien funktionieren, beschreibt Adobes eigene Spezifikation (Teil 3). Darauf setzen die Vokabulare (Namespaces) anderer auf: IPTC Core und Extension, EXIF in XMP und die der Bearbeitungsprogramme selbst, etwa die hierarchischen Schlüsselwörter von Lightroom und die Entwicklungseinstellungen von Camera Raw, die Drohnendaten von DJI oder die Panoramafelder von Google.

Weil dieselbe Angabe in EXIF, in IIM und in XMP stehen kann, können sich die Daten widersprechen. Adobe, Apple, Canon, Microsoft und Nokia gründeten 2006 die Metadata Working Group (später kam Sony dazu), um festzuhalten, wie Apps die Daten abgleichen sollen. Ihre Richtlinien, Version 2.0 von 2010, sind bis heute die Referenz. Wie PhotoView zwischen den Quellen entscheidet, beschreibt der Beitrag Sidecar und RAW: die .xmp Datei neben deiner RAW Datei.

Was das für dich bedeutet.

In PhotoView. ImageIO liest das in ein Foto eingebettete XMP auf iPhone, iPad und Mac, und auf dem Mac auch die .xmp-Sidecar-Datei, die PhotoView neben einer von der Festplatte geöffneten Datei findet. Die Gruppen XMP und IPTC-Erweiterung (PhotoView Pro) zeigen die Eigenschaften, die PhotoView aus den oben genannten Namespaces kennt.

Links.

DNG (2004)

Wer und wann. Adobe veröffentlichte das Digital Negative am 27. September 2004. Es baut auf TIFF/EP auf, einem ISO-Format für Kamerabilder von 2001 (ISO 12234-2), das seinerseits TIFF 6.0 erweitert. Im März 2026 wurde DNG ein eigener ISO-Standard: ISO 12234-4, aus dem ISO-Komitee für Fotografie.

Der Zweck. Kamerahersteller haben jeweils eigene RAW-Formate, oft mehrere, und deren Spezifikationen sind nicht öffentlich. Das macht RAW-Dateien schwer zwischen Apps austauschbar und birgt Risiken bei der Archivierung. DNG ist ein öffentlich dokumentiertes RAW-Format, das alle unter einer gebührenfreien Lizenz von Adobe lesen und schreiben dürfen.

Was drinsteht. Die Rohdaten des Sensors und dazu, was ein RAW-Konverter braucht, um daraus ein Foto zu machen: Farbkalibrierung für zwei Lichtquellen, Schwarz- und Weißwerte, Basiswerte für Belichtung, Rauschen und Schärfe, Objektivkorrekturen, eine eingebettete Vorschau und auf Wunsch die ursprüngliche RAW-Datei. EXIF- und XMP-Metadaten stehen in derselben Datei, sodass sich eine Bewertung oder Schlüsselwörter direkt in ein DNG schreiben lassen, ohne eine Sidecar-Datei zu benötigen. Version 1.7 (Juni 2023) brachte die Kompression mit JPEG XL, und 1.7.1.0 vom September 2023 ist die aktuelle Spezifikation von Adobe.

Wer es schreibt. Kameras von Leica, Pentax und Hasselblad, viele DJI-Drohnen, Samsungs Oberklasse-Smartphones seit dem Galaxy S6 und Apple ProRAW auf dem iPhone 12 Pro und späteren Pro-Modellen. Mit Adobes kostenlosem DNG Converter kannst du andere RAW-Dateien in DNG umwandeln.

Was das für dich bedeutet.

In PhotoView. Die Gruppe DNG (PhotoView Pro) zeigt die DNG-Tags, die ImageIO liest: die DNG-Version, Kameramodell und Profil, Schwarz- und Weißwerte, die Basiswerte, den Namen der ursprünglichen RAW-Datei und mehr. Kalibriertabellen und Farbmatrizen fehlen mit Absicht: Sie sind für RAW-Konverter gedacht, nicht für menschliche Leser.

Links.

Nicht auf dieser Liste

JPEG, HEIF (die HEIC-Dateien eines iPhones) und QuickTime (MOV) sind Dateiformate: Sie transportieren die hier beschriebenen Metadaten, legen sie aber nicht fest. Videodateien haben eigene Metadaten, die PhotoView über Apples AVFoundation liest und in der Gruppe Video zeigt. Beides wären eigene Artikel.

Quellen

Allgemein

TIFF

IPTC

ICC

EXIF

XMP

DNG