Apps von Detlev Voss

PhotoView liest die XMP-Daten deines Fotoeditors

Die Nachbearbeitung von Fotos umfasst nicht nur die Entwicklungseinstellungen, um das Bild zu optimieren oder dem anzupassen, was man vor Ort gesehen hat, sondern auch das Management der Bilder und Bilddaten. Wir bewerten die Bilder, markieren sie als ausgewählt oder abgelehnt, vergeben eine Sternebewertung, nutzen Farbmarkierungen, vergeben (hierarchische) Schlüsselwörter und viele Fotografen (wahrscheinlich alle professionell arbeitenden) versehen ihre Fotos mit Überschrift, Bildbeschreibung und Informationen bezüglich der Rechte am Bild.

Ein Turmfalke in Nahaufnahme, im Vollbild in PhotoView, mit der Metadaten-Einblendung: Überschrift, Sternebewertung, Farbmarkierung, Stichwortbaum, das schreibende Programm, die Anzahl der Bearbeitungsschritte und ein Hinweis auf RAW-Anpassungen

All diese Metadaten speichert die verwendete Software (Lightroom, Capture One, PhotoLab, darktable, etc.) auf verschiedene Weise, für die schnelle Suche oft in Datenbanken. Wenn man mit mehreren Programmen auf seine Bilder und deren Daten zugreifen will, z.B. zu Hause auf dem Computer mit dem gewohnten Fotoeditor und unterwegs mit einem reinen Fotoviewer oder wenn man seine Bilder weitergeben möchte, müssen das Bild und seine Daten eine Einheit bilden und zusammen transferiert werden. Dies geschieht heute üblicherweise durch XMP-Pakete, die im Bild direkt gespeichert werden, wenn das Bildformat das zulässt (DNG, JPEG, etc.). Handelt es sich um ein Format, in dem die XMP-Daten nicht innerhalb der Datei gespeichert werden können, landen sie in einer separaten Datei, dem XMP-Sidecar. Das ist oft bei herstellerspezifischen RAW-Dateien der Fall.

Befinden sich die XMP-Daten in einer separaten Datei neben dem Bild, muss natürlich sichergestellt werden, dass beide nicht per Zufall getrennt werden, z.B. beim Verschieben der Bilder in einen anderen Ordner auf der Festplatte oder beim Weitergeben der Bilder an Freunde, Agenturen oder einfach nur bei Verwendung einer anderen Software.

PhotoView auf dem Mac und iPhone/iPad liest die XMP-Daten aus der Bilddatei und zeigt, neben dem Foto in Vollbildansicht, diese in einem Überlagerungsfenster an (Größe, Position des Fensters und welche Daten gezeigt werden, sind konfigurierbar). iPhone und iPad lesen systembedingt nur die Daten aus der Bilddatei, auf dem Mac wird auch das XMP-Sidecar gelesen.

Wo sich die Daten deines Fotoeditors tatsächlich befinden

Wie in der Einführung erwähnt, werden Metadaten in vielen Dateiformaten direkt als XMP in der Bilddatei gespeichert. Dies ist bei weit verbreiteten Formaten wie JPEG, HEIC, TIFF, DNG, PNG der Fall. Vor allem im Workflow mit RAW-Dateien, bei denen die Originaldateien nicht geändert werden, landen die Daten (neben der Datenbank des Fotoeditors) in den XMP-Sidecar-Dateien. Wenn ein XMP-Sidecar existiert, werden diese Daten als maßgeblich angesehen.

Der XMP-Standard empfiehlt, die Sidecar-Dateien mit demselben Namen wie die Bilddatei, aber mit der Dateiendung ".xmp" zu speichern. In der Praxis wird auch "RAF.xmp" verwendet, d.h. zu einer Bilddatei "image-01.jpeg" gehört dann entweder eine Datei "image-01.xmp" oder "image-01.RAF.xmp". PhotoView sucht nach beiden Varianten.

Wenn du mehr über XMP erfahren möchtest: Adobe hat XMP vor rund 25 Jahren entwickelt, seit 2012 ist es auch als ISO-Standard 16684 veröffentlicht. Die neueste Version des Standards kann auf der ISO-Webseite gekauft werden. Eine frei verfügbare Version findest du im Adobe XMP GitHub.

Anzeige der Metadaten eines Fotos oder Videos

Auf deinem Mac, iPhone und iPad liest PhotoView die Bilder und Videos aus der (System-) Fotobibliothek. Auf dem Mac kann PhotoView zusätzlich Originale aus einem Verzeichnis lesen (mit ⌘O oder dem Menüeintrag "Ablage / Ordner öffnen …") oder du kannst Dateien auch aus dem Finder heraus per Drag & Drop an PhotoView übergeben.

Da PhotoView die Daten aus den Dateien liest, ist der gesamte XMP-Datenbaum verfügbar, nicht nur der Ausschnitt, den macOS oder iOS in die eigene Anzeige der EXIF/IPTC-Daten übernimmt.

Auf dem Mac wird auch die XMP-Sidecar-Datei gelesen und die Daten daraus übernommen. Im Konfliktfall sind die Daten aus der .xmp-Datei diejenigen, die für die Anzeige übernommen werden.

Wenn du dir ein Bild in PhotoView ansiehst, kannst du mit einem Tipp auf das Bild (auf dem Mac auch mit ⌘I) die Anzeige der Metadaten veranlassen. Das Metadaten-Overlay zeigt immer die Daten des aktuell angezeigten Fotos, auch wenn du (mit Wischen oder per Pfeiltaste) zum nächsten oder vorherigen Bild wechselst. Ein weiterer Tipp auf das Bild und dein Foto steht wieder (allein) im Fokus und die Metadaten werden ausgeblendet.

PhotoView arbeitet nur lesend, es werden keine Änderungen an deinen Bildern oder deren Daten vorgenommen. Das Programm arbeitet rein lokal und es wird nichts irgendwohin hochgeladen. Wenn Bilder in der iCloud liegen, werden diese vom Betriebssystem automatisch heruntergeladen, wenn du sie in PhotoView ansehen möchtest.

Welche (Meta-) Daten sind verfügbar?

Die folgende Liste gibt einen Überblick darüber, was du an Daten anzeigen lassen kannst (im Einzelnen sind es >100 Datenfelder):

Finder-Infos gibt es auch

Wenn Bilder auf dem Mac per Drag & Drop an PhotoView übergeben werden oder Bilder aus einem Verzeichnis gelesen werden, kann PhotoView Infos des Finders ebenfalls anzeigen (Tags, Farbmarkierungen, etc.). Das funktioniert natürlich nicht mit Fotos, die aus der Fotobibliothek des Systems gelesen werden.

Gelesen wird mit den Apple-Tools, lokal auf deinem Gerät

PhotoView liest die XMP-Datenstruktur mit den Werkzeugen, die Apple im ImageIO-Framework zur Verfügung stellt (mit CGImageMetadata und CGImageSourceCopyMetadataAtIndex). Das ist dasselbe Framework, das auch das System selbst verwendet. Es werden damit alle XMP "Namespaces" gelesen, es kommt kein XMP-Parser eines Drittanbieters zum Einsatz. Derselbe Quellcode ist die Basis für iPhone, iPad und Mac. Auf jedem dieser Geräte liest PhotoView das eingebettete XMP-Paket direkt aus der Originaldatei des Fotos aus, sodass der vollständige Datensatz verfügbar ist und nicht nur die Auswahl, die iOS oder macOS in die eigene EXIF- und IPTC-Anzeige einbinden. Auf dem Mac wird eine .xmp-Sidecar-Datei von derselben Software verarbeitet, sodass eingebettete Metadaten und Sidecar-Metadaten denselben Verarbeitungspfad durchlaufen.

Alles wird auf deinem Gerät gelesen. PhotoView arbeitet lokal und lädt nichts hoch, wie weiter oben bereits erwähnt. Die App liest lediglich die Daten ein: Dateien und Metadaten werden dabei niemals verändert. Befindet sich ein Foto in der iCloud, lädt das System es herunter, sobald du es in PhotoView anzeigen möchtest, und das Einlesen durch die App erfolgt weiterhin auf deinem Gerät.

So kannst du es ausprobieren

Aktuell ist PhotoView in der öffentlichen, kostenfreien Beta-Test-Phase. Du kannst es gern testen:

Der öffentlichen Beta über TestFlight beitreten

Der komplette Satz an unterstützten Metadaten ist in der Pro-Version verfügbar. Diese ist in der Beta-Test-Phase natürlich kostenfrei verfügbar.

In der App-Store-Version wird es eine kostenfreie 7 tägige Probephase geben, die alle Daten freischaltet. Wenn die Probephase endet, sind die Basisdaten weiterhin frei verfügbar, die Pro-Daten dann aber nicht mehr. Es wird am Ende der Probephase nichts automatisch abgebucht! Der Kauf ist ein Einmalkauf, d.h. du bezahlst nur einmal und bekommst damit Zugriff auf die aktuelle und künftige Versionen auf dem Mac, iPhone und iPad.

Wenn du Fragen hast, findest du meine Kontaktinformationen auf der Kontaktseite. Dort findest du auch einen Link zum PhotoView-Benutzerhandbuch.

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